Je mehr Menschen Ehrfurcht vor jedem Leben zeigen, desto eher ist eine friedliche Weltordnung zu erreichen. Dies ist falsch. C. Günzler 1984). „Er fragt nicht, inwiefern dieses oder jenes Leben als wertvoll Anteilnahme verdient, und auch nicht, ob und inwieweit es noch empfindungsfähig ist. Mit rastloser Lebendigkeit arbeitet die Ehrfurcht vor dem Leben an der Gesinnung, in die sie hineingekommen ist, und wirft sie...Gewöhnlich meint man, diese Krise sei durch den Krieg herbeigeführt worden. Dabei kommt es dazu, Ethik als Hingebung an Leben zu bestimmen, die durch Ehrfurcht vor dem Leben motiviert ist. Dieser hatte einen jungen Vogel in der Hand. Je mehr Menschen sich dazu entscheiden, Albert Schweitzer zumindest ein Stück weit – und bei Bedarf keinesfalls kritiklos – auf dem von ihm eingeschlagenen Weg zu folgen, desto wahrscheinlicher wird es, dass durch das eigene vorbildhafte verantwortungsvolle Handeln wieder ein Stück mehr friedliche Gesinnung in die Welt getragen und der oft vorherrschenden Gedankenlosigkeit vieler Menschen vorgebeugt wird. Soundso oft war es überzeugt, eine erkenntnismäßig und ethisch befriedigende Weltanschauung in einleuchtender Weise begründet zu haben. Ganz offenkundig ist die „Ehrfurcht vor dem Leben“ dem Menschen nicht angeboren. Eine auf die menschliche Schwäche abgestellte und insofern realistische Ethik, die uns ein gutes Gewissen attestieren könnte, lehnt er ab.
Auch Schweitzer selbst hat sich dem Druck seiner Ethik nicht entziehen können, sondern immer härtere For- derungen an sich gestellt. Die Begriffe Ethik und Moral sind für viele das Gleiche - nämlich ein Synonym für richtiges Verhalten. Angesichts der drohenden atomaren und ökologischen Katastrophe gewinnt Albert Schweitzers Einstellung zum Leben erneut bestürzende Aktualität. (. Darstellung und Auseinandersetzung - Philosophie - Hausarbeit 2011 - ebook 12,99 € - Hausarbeiten.de Sie bedürfen unseres Mitleids nicht. Besonders bekannt wurde er durch sein Hospital in Lambaréné im ostafrikanischen Gabun.
Wie manche Hunde konnte er keine Uniformen leiden und ging immer auf den Briefträger los. All Rights reserved. All Rights Reserved.
Der Doktor sagte: Halt, was machst du da? Die Ehrfurcht vor dem Leben erscheint damit auch heute noch als unverzichtbarer ethischer Ansatz, um gegenwärtigem Übel und auch der Zukunft entschieden und verantwortungsvoll entgegentreten zu können.
Claus Günzler hat sich (1986) zu dieser Kritik geäußert.III. Sittlich sind wir, wenn wir aus unserm Eigensinn heraustreten, die Fremdheit den anderen Wesen gegenüber ablegen und alles, was sich von ihrem Erleben um uns abspielt, miterleben und miterleiden. Auf diesem entbehrungsreichen Weg erlaubt er uns kein Ausruhen und zufriedenes Sitzenbleiben auf einer relativen Ethik (Werke 2, S. 387) zumutbarer Kompromisse. book Ehrfurcht vor dem Leben nennt Albert Schweitzer (1875-1965) seine Ethik, die er im Rahmen seiner 1923 erschienenen „Kultur und Ethik” auf dem Hintergrund der Enttäuschung über das enge und nur zwischenmenschliche Beziehungen beachtende ethische Denken seiner Zeit (–>Tierschutzethik) 1915 zu konzipieren begann (Werke 2, S. 363). […] Er hat sogar Pflanzen behandelt. Mein Kamerad...Gut ist: Leben erhalten und fördern; schlecht ist: Leben hemmen und zerstören. 277f.)
Schon immer war es so: Wer die vermeintlich richtige Idee hat, eine Idee, die auf Namen hört wie Freiheit, Gerechtigkeit, nationale Identität oder göttlicher Willen, der sieht das Recht auf seiner Seite. Dies kann er aber nicht vollständig durchführen, weil auch der Mensch unter das rätselhafte und grausige Gesetz gestellt ist, auf Kosten anderen Lebens leben zu müssen und durch Vernichtung und Schädigung von Leben fort und fort schuldig zu werden. 12 Vgl. Insbesondere beklagt er die —>Tierquälerei bei Tiertransporten und bei der —> Schlachtung (auch von Kleintieren in der Küche) (Werke 2, S. 389 f.) und lehnt das Töten als Schauspiel oder Sport (—> Tierquälerisches Brauchtum, —>Tierquälerischer Sport) ab, und zwar auch die —>Jagd, sofern sie zum Vergnügen wird (Predigten, S. .) 1919 hatte er seine Ethik bereits in zwei Predigten (Werke 5, S. 117-142) entwickelt, 1931 faßte er sie im Rahmen seines Berichtes „Aus meinem Leben und Denken” auf einigen Seiten (Werke 1, S. 169-172) zusammen, und in einem 1963 Hans Walter Bährübergebenen Aufsatz äußert er sich am Ende seines Lebens über „Die Entstehung der Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben und ihre Bedeutung für unsere Kultur” (Werke 5, 5.172-191). Magnus Schwantje, Die Ehrfurcht vor dem Leben und der Vegetarismus, in: ders., Gesammelte Werke, Bd. Ich glaube damit im Sinne des hochherzigen Stifters zu handeln, der sich eingehend mit dem Problem beschäftigte, wie es zu seiner Zeit bestand, und von seiner Stiftung erwartete, daß sie das Nachdenken über die Möglichkeit, die Sache des Friedens zu fördern, wach erhalte.Seinen Ausgang nehme mein Vortrag von einer Darlegung der Situation, wie sie aufgrund der beiden hinter uns liegenden Kriege gegeben ist.Unter Humanität (Humanitas. Unter wertlosem Leben werden dann, je nach den Umständen, Arten von Insekten oder primitive Völker verstanden” (Werke 1, S. 242).Einmal angenommen, Schweitzer hätte sich in Anlehnung an die jeweils erreichte Organisationshöhe auf eine Wertstufigkeit der vielfälti- gen Lebensformen eingelassen; hätten wir als seine Nachfolger und mit deutscher Gründlichkeit nicht längst ein System entwickelt, das zuerst zwischen einfachem und höherem Leben unterscheidet, dann diese Unterschiede bewertet und dementsprechend eine Hierarchie des höchst-, mittel- und minderwertigen Lebens errichtet, die dem Men- schen als dem selbstverständlich höchstrangigen Wesen schließlich erlauben würde, alles geringerwertige Leben als verfügbares Mittel für eigene Zwecke anzusehen?Sicher ist Schweitzers Position auch von den östlichen Religionen mit- bestimmt.
v. d. L. ist eine Ethik, die sich allem Leben in gleicher Weise verpflichtet fühlt. Eine Improvisation, mit der er herausfinden wollte, »ob eine friedliche Gemeinschaft aller Kreatur auf der Erde möglich sei, ob die Ehrfurcht vor dem Leben eine tragfähige Grundlage sei und ob sie sich bewähre in der Wirklichkeit mit allen ihren Nöten und Freuden.«Tonda Emils und Massandi Josephs Aussagen zeigen in Ansätzen deutlich: Seinem Anspruch, in Lambaréné seine in zahlreichen Schriften theoretisch begründete Ethik in die Praxis umzusetzen, scheint Albert Schweitzer wohl weitestgehend gerecht geworden zu sein.