Als sich das Kind in ihrer Erinnerung losreißt, entfährt ihr ein lauter Schrei. Mein Bewusstsein ist ein einsames Licht. Aber sie sind da die anderen Zimmer.” So erklärt Freud den ignoranten Kollegen seine ersten seelenkundlichen Theorien. Mein Bewusstsein ist ein einsames Licht. Hier ermorden hochdekorierte Offiziere junge Dirnen mit dem Bajonett, kämpft Inspektor Kiss (Georg Friedrich) gegen Verbrechen und Kriegstraumata gleichermaßen, lädt eine ungarische Gräfin (Anja Kling) die Wiener High Society zu spiritistischen Sitzungen ein und plant einen finsteren Komplott, um die Doppelmonarchie zu zerstören. Das ist mehr Schocktherapie als Psychoanalyse - und trotzdem größtenteils gelungen.Das Ich als ein dunkles Haus, in dem eine Kerze nur spärlich und stellenweise Licht spendet:Sichtbar ist nur ein Bruchteil der Gegenstände und Zimmer. Jeden Morgen um 7 Uhr: Der Newsletter des RedaktionsNetzwerks Deutschland Die Themen des Tages und besondere Leseempfehlungen Hier lässt der junge Freud (Robert Finster) in den ersten Filmminuten die Taschenuhr vor dem Gesicht einer Frau hin- und herpendeln. “Ausgezeichnet”, sagt der behandelnde Arzt. Damit ist klar, dass Regisseur Marvin Kren mit seiner Serie kein braves Biopic über den Begründer der Psychoanalyse im Sinn hat. Die österreichische Hauptstadt hat ihr morbides Image stets gut gepflegt. Die Serie "Freud" zeigt - kurz gesagt - den Spuk, das Spukhaus in uns. In “Freud” verbindet er die biografische Aura seiner Titelfigur mit Elementen aus dem Crime-, Mystery- und Horrorgenre. Die Filme von Alfred Hitchcock, David Lynch, Abel Ferrara oder David Cronenberg wären ohne die Psychoanalyse nicht denkbar. Alles andere liegt im Unbewussten. ⠀ Sie flackert.⠀ Einmal hier hin, einmal dort hin.⠀ Alles andere Liegt im Schatten, alles andere liegt im Unbewussten, aber sie sind da, die anderen Zimmer. "Ich höre mir diesen Schwachsinn nicht länger an, auf Wiedersehen die Herren! Dennoch gelingt es dem österreichischen Regisseur Marvin Kren, viel gelobt für seine letzte Serie "4 Blocks", auch in "Freud" nicht trivial zu sein, intelligent und optisch kunstvoll zu unterhalten und allen Genre-Anforderungen gerecht zu werden.Besonders überzeugend sind die surrealen Traumsequenzen, da sie meist nahtlos mit der vermeintlichen Realität verschmelzen und mal an die Skurrilität eines Luis Buñuel, dann an den Terror eines David Lynch erinnern.Dazu wird schön Wienerisch "gegrantelt", auch wenn der überwiegend österreichische Cast nicht immer darstellerisch überzeugt. “Ich bin ein Haus. Freud übt mit ihr eine fingierte Hypnosebehandlung, mit der er Chef und Kollegen in der Nervenheilanstalt von seiner “therapeutischen Revolution” überzeugen will. Kren weiß die engen Gassen, dunklen Kanäle und den dekadenten Charme der untergehenden k.u.k. In mir ist es dunkel. Und wie steht es um die Generation Corona? Mein Bewusstsein ist ein einsames Licht. Der Abtritt der Welt. „Ich bin ein Haus.⠀ In mir ist es Dunkel.⠀ Mein Bewusstsein ist ein einsames Licht, eine Kerze im Luftzug. Auch der Name Freud würde hier gut passen. Und was aus diesem Dunkel strömt, entscheidet darüber, wie wir uns verhalten und wie wir handeln. “Das ist doch schon sehr glaubwürdig.” Die Dame ist Freuds Haushälterin Leonore. Aber sie sind da die anderen Zimmer.” So erklärt Freud den ignoranten Kollegen seine ersten seelenkundlichen Theorien. Einmal hierhin, einmal dorthin. Da nehmen dunkle Mächte reißerisch das Zepter in die Hand, fährt ein finsterer Geist in Körper und Seele neu rekrutierter Sektenmitglieder, werden animalische Sexszenen und Blutorgien vorgeführt. Die deutsch-österreichische Serie „Freud“ macht aus dem Nervenarzt einen Mordermittler und schickt ihn in die Tiefen des Unterbewusstseins. Sie flackert. Sie durchlebt die traumatische Szene noch einmal. Sondern ich will prüfen, was von Freuds Sicht der Dinge zu halten ist. "Im Wien des Fin de Siècle vor 1900 ist die Person Freud dabei Nervenarzt, Ermittler und Außenseiter zugleich: Er hat mit dem Unverständnis der Kollegen genauso zu kämpfen wie mit den Neurosen seiner Patienten, dem nächsten Mordopfer und dem eigenen Kokainkonsum. "Die Serie ist ein Mix aus Biopic, Geschichtsdrama und Horror.